Freitag, 29. August 2014

Budapest

Ganz schön geschafft kamen wir am Abend bei unseren Freunden an, außer einer Dusche und einem schnellen Abendessen ging heute nicht mehr viel. Die nächsten paar Tage standen im Zeichen vielen Schlafs und guten Essens. Erst am vierten Tag begannen wir, die Stadt zu erkunden. Budapest ist bekannt dafür, eine sehr schöne Stadt zu sein, was in optischer Hinsicht zweifellos stimmt. Trotzdem merkten wir bald, dass (wie schon an anderer Stelle in diesem Blog berichtet) unser Bedürfnis nach Großstadt irgendwie gestillt war. Der enorme Straßenlärm, die Menschenmassen, Touristenfänger wohin man blickt, die schwül-smoggige Hitze und nicht zuletzt das Fehlen von Parks oder ähnlichem, wo man einfach mal relaxen kann, ließ leider die Anstrengung überwiegen. 
Aber wir wollen ja nicht motzen! Eine Stadt wie Budapest hat natürlich auch einiges zu bieten, und unsere Sensibilität bezüglich Lärm und Hitze sowie ein stark gesteigertes Chillbedüfnis hingen vielleicht auch einfach mit Verenas Schwangerschaft zusammen und hätte uns unter anderen Bedingungen vermutlich überhaupt nicht gestresst.
Interessant war beispielsweise die Große Markthalle, die wir wegen ihrer auffälligen Architektur und der enormen Ausmaße zunächst für den Hauptbahnhof hielten. Als wir hineinkamen, stellten wir fest, dass die Halle (mit der Größe mehrerer Fußballplätze) voll war mit kleinen Verkaufsständen, die sich auf mehrere Etagen verteilt, alle dermaßen glichen, dass es schon ans Skurille grenzte: überall hingen Massen von Paprikas in allen Farben, Formen und Frischegraden, Salamis jeglicher Größe, darüber hinaus Gemüse, frisch oder eingemacht, und traditionell aussehende Textilprodukte wie ungarische Trachten, bestickte Tischdecken und so weiter und so weiter... Alles in allem ein netter Ausflug!

Die Große Synagoge, übrigens nach der in New York City die zweitgrößte der Welt

Eine der wenigen grünen Ruheoasen, die wir fanden.

Die Große Markthalle...
....randvoll mit Salami, Paprika und rot-weiß-grün bestickten Tischdecken

Die Freiheitsbrücke, eine der neun Budapester Donaubrücken

Irgendwie doof gemacht: an beiden Ufern der Donau verlaufen mehrere u.a. mehrspurige Straßen, auf denen es offenbar kein Tempolimit gibt. Am Rhein in Bonn ist es entspannter... :)

Eins der bekanntesten Wahrzeichen Budapests: das ungarische Parlament (das zackige da links)

Eine Bürgerinitiative setzt sich für krachfreie Ecken ein. Hier hat man an einer der wenigen straßenfreien Donauuferabschnitte Sand aufgeschüttet und Sitzmöglichkeiten geschaffen, am Wagen bekommt man für einen schmalen Taler kalte selbstgemachte Limonade.

Auch stark ist die Budapester U-Bahn, die Metro. Auf vier Linien kommt man schnell und günstig in alle Ecken der Stadt, während die Fahrt selbst schon ein Erlebnis ist. Linie 1 ist nach der London Underground die älteste U-Bahn der Welt und die Stationen erstrahlen heute nach aufwendiger Sanierung in gepflegtem viktorianisch anmutenden Stil. Die Linien 2 und 3 stammen aus der Zeit des Kommunismus und sind dementsprechend pragmatisch, ohrenbetäubend laut und pannenanfällig. Allein während unseres anderthalbwöchigen Aufenthaltes hat es drei Metrobrände gegeben. Zum Glück saßen wir gerade dann nicht drin! Linie 4 ist vor ein paar Monaten erst eröffnet worden und hypermodern, man fühlt sich wie auf dem Mars in irgendeinem Science-Fiction-Roman. Überall bunt blinkende Lichter die einem den Weg weisen, und zwischendurch weiß man nicht wo oben und wo unten ist (besonders die eine Rolltreppe hat Benni übelst geflasht :) ).



Station Vörösmarty utca der Linie M1
70er-Jahre-Sowjet-Metro! Das Ding geht ab! Wer sich da drin unterhalten will muss brüllen
Goldig - die Stephansbasilika


 

Budapest besteht aus den beiden Stadtteilen Buda und Pest. Beide werden durch die Donau getrennt, ersterer ist bergig, der andere flach. Klettert man auf einen der Budaer Hügel, hat man eine tolle Aussicht über den Rest. Haben wir uns natürlich nicht entgehen lassen.

Links Buda, rechts Pest. Blick vom Gellertberg gen Norden

Super Gypsyjazzkonzert, auf dem wir zufällig landeten!!! Definitiv der musikalische Höhepunkt (bis hierher)

Bei Viki und Feri gab's immer gutes Essen - hier bereiten wir gerade Sushi. 


Thanks a lot, guys!!! :)
Den Frauenarztbesuch überstand Verena unbeschadet, und auch mit unserem Kind war alles in Ordnung. Dann konnte es ja weitergehn! Nach zehn Tagen in Budapest war es an der Zeit weiterzuziehen. Trampen hatte sich ja schon oft als unkompliziert erwiesen, also versuchten wir es wieder so. Aber Pustekuchen. Aus einer Großstadt rauszukommen, ist nicht einfach. Vermutlich fährt einfach keiner wirklich raus aus der Stadt, sondern nur bis zur übernächsten Abfahrt und ist dann daheim. Einen ganzen Tag standen wir in der Hitze und im Lärm am Autobahnzubringer und es hielt einfach keiner an. Frustrierend!!! Also kehrten wir für eine letzte Nacht zurück zu unseren Freunden und fuhren dann am nächsten Tag erstmal mit dem Zug eine halbe Stunde aus Budapest hinaus, nach Üllö, einem kleinen Vorort, wo wir keine zehn Sekunden unser Schild an die Straße halten mussten, um in einem einzigen Ride bis nach Rumänien mitgenommen zu werden. So einfach kann's sein!

Montag, 21. Juli 2014

Wandern im Pieniny-Nationalpark und die Durchquerung der Slowakei

Dem Wunsch folgend, mal wieder raus in die Natur zu kommen, verliessen wir Krakau in suedlicher Richtung mit dem Bus. Wir fuhren ins Doerfchen Kroscienko nad Dunajcem, wo wir einen Campingplatz aufsuchten, um uns dort fuer ein paar Tage vom Grossstadtstress zu erholen. Nachdem wir uns eine Karte des angrenzenden Pieniny-Nationalparks besorgt hatten, planten wir unser weiteres Vorankommen. Von diesem Nationalpark hatten wir Zuhause schonmal etwas gelesen, doch dass wir dann tatsaechlich hier landeten, war doch eher dem Zufall geschuldet. Das Titelbild unseres Blogs zeigt das Wahrzeichen des Parks, das Drei-Kronen-Massiv (poln. Trzy Korony). Der Gipfel liegt auf knapp 1000 m Hoehe und die Wanderung hinauf war heftiger, als alles was wir hinsichtlich steiler Anstiege bislang erlebt hatten (wir wuerden uns durchaus als einigermassen wandererfahren bezeichnen)!! Wir brauchten einige Pausen und waren froh um jeden der 6 Liter Wasser, den wir dabei hatten. Oben angekommen, wurden wir mit einer trotz diesigem Wetter sagenhaften Aussicht belohnt, die wir mit unserer einfachen Kamera leider ueberhaupt nicht einfangen konnten. Doch jeder, der schonmal auf einem Gipfel gestanden hat, wird dieses triumphale Hochgefuehl nachempfinden koennen. 

Einige Tage nur relaxen...
...und planen, wie es weitergeht.
Nach vier Tagen dann: rein in den Nationalpark!

Sieht nicht so steil aus, ist es aber! Pausen tun Not.

Geschafft!
Auf dem Gipfel! (sorry, mit dem komischen Programm hier hab ichs nicht drehen koennen)

Kommt nicht ansatzweise an den echten Ausblick heran :/ Manchmal waere eine bessere Kamera doch ganz cool...

Also einfach hinfahren und selber raufklettern! :)

Abstieg durch malerische Schluchten

Ganz schoen schraeg :)

Im Tal angekommen: da ganz oben waren wir drauf!
Auf dem naechsten Zeltplatz, direkt am polnisch-slowakischen Grenzfluss Dunajec gelegen, blieben wir wieder fuer einige Tage und erkundeten die Gegend, besichtigten ein altes Kloster und unternahmen eine teils rasante, teils gemaechliche Flossfahrt. Abends wurden wir des oefteren vom Zeltplatzbesitzer besucht, der ungeachtet unserer mangelhaften Polnischkenntnisse einiges zu erzaehlen hatte. Er zwang Benni zum Mittrinken eines selbstgebrannten Fusels und beschenkte Verena mit Blumen und einem selbstgeschnitzten "Polenadler". Alles in Allem ein sehr kurzweiliger Aufenthalt :)

Flossfahrt auf dem Dunajec

Super Landschaft

Super Flossfahrt
Super Geschenke des Zeltplatzbesitzers

Supergeil - Gaskartusche leer.
 Dann wird eben auf dem Feuer gekocht.

Traditionelle Hochzeitsgesellschaft mit voranmarschierender Kapelle
In der laendlichen Abgelegenheit Polens, und auch spaeter in der Slowakei, stellten wir immer wieder fest, dass es hierzulande noch deutlich mehr althergebrachte Traditionen gibt als in Deutschland. So hoerten wir bspw. mehrfach vom anderen Flussufer her irgendwo sehr volkstuemlich klingende Musik herueberschallen, als finde gerade irgendeine Feier mit Livekapelle statt. Auch sieht man gerade am heiligen Sonntag viele Leute mit Trachten herumlaufen. Der Glaube spielt eine wichtige Rolle fuer die Menschen hier. Und Papst Johanes Paul II. ist ein echter Volksheld, manche nennen ihn gar "Vater der Nation".

Schon wieder der! Lebensgrosse und farbechte Statue von Johannes Paul II.
Polnische Friedhoefe sind bunt!

Gegen Ende Juni verschlechterte sich das Wetter fuer einige Tage drastisch, sodass wir am angenehmen Weiterreisen gehindert wurden. Auf einem moderneren Campingplatz (mit free WiFi! :D ) sassen wir vier Tage Dauerregen in unserem Zelt aus... Wir lernten ein anderes Reisepaerchen kennen, die mit einem genial modifizierten Landrover von Istanbul auf dem Weg nach Stockholm waren, auch sicher eine tolle Tour. Als es schliesslich wieder schoener wurde packten wir unser Zeugs ein und wanderten weiter, ueber die slowakische Grenze, immer fein Richtung Sueden. Drei Tage waren wir so unterwegs, zwischendurch trampten wir ein paar Kilometer, ein andermal nahmen wir auch einen Bus. Was uns vorher garnicht so bewusst war: die Slowakei ist ein unglaublich bergiges Land mit teilweise Schneebedeckten Gipfeln. Phasenweise fuehlten wir uns wie in Oesterreich (besonders der Nationalpark "Slowakisches Paradies", wir fuhren mit dem Bus an dessen Rand entlang, scheint eine weitere Reise wert zu sein!). Und: ganz viele Leute sprechen deutsch, was unser Weiterkommen oft sehr vereinfachte :) In Polen kann naemlich niemand deutsch, und auch englisch sprechen nur die Juengeren.


Manchmal fuehrte unser Weg durch einen Fluss, ohne Bruecke weit und breit

Ein wirklich leckeres slowakisches Bier!

Unser Lagerplatz am Waldrand kaum zu erkennen

Guten Morgen!
Wir kamen durch das Staedtchen Tornal'a, welches ueber einen Badesee und gleich nebenan ueber einen Campingplatz verfuegte. Angesichts des inzwischen wieder sehr sommerlichen Wetters versackten wir hier fuer ca. 4 Tage. Das war super! Aaabhaengen!

Schwanger!
In der Slowakei beliebter als Cola - Kofola! Sollte es in D auch geben.

Melone hilft gegen die Sommerhitze
Typisch slowakischer Anblick, voll schoen aber ziemlich kapott! (das hier gehoert noch zu den intakteren Haeusern)
Verena befand sich inzwischen in der 19. Schwangerschaftswoche (zu unserem grossen Glueck ohne nennenswerte Beschwerden, fuer alle die sich Sorgen machen :-* ), und um die 20. steht laut gynaekologischer Empfehlung ein Komplettcheck mit Ultraschalluntersuchung an. Langsam mussten wir uns also um einen Frauenarztbesuch kuemmern. Zum Glueck haben wir Bekannte in Budapest, die uns halfen, Entsprechendes in die Wege zu leiten. So machten wir uns am 7. Juli in Richtung Budapest auf, abermals hitchhikend, was bis zur ungarischen Grenze fein funktionierte . Von da aus nahmen wir den Bus bis Budapest. Abends um neun kamen wir bei Viki und Feri an, die uns fuer die naechsten 11 Tage beheimateten. Mehr dazu im naechsten Eintrag!

Bei gemuetlichen 34 C ging es weiter nach Ungarn

Samstag, 12. Juli 2014

Breslau und Krakau

Abermals waehlten wir den "Daumenexpress" als das bevorzugte Fortbewegungsmittel, und siehe da! Kaum waren wir aus Zgorzelec (Name der polnischen Seite von Görlitz) heraus und hatten uns an die Straße gestellt, hielt auch schon einer an und nahm uns mit. Zwei Stunden spaeter waren wir in Breslau, oder Wrocław, wie die Polen sagen. Am Hbf fanden wir eine Touristeninformation mit einem sehr engagierten Touristeninformationsangestellten, der uns einen Stadtplan aushaendigte und gleich die wichtigsten Ecken markierte. Anschließend wurden wir von unserem Couchsurfing-Gastgeber Bartek abgeholt und bezogen für einige Tage seine Wohnung. Abends, es war ja schließlich ein Samstag, erkundeten wir unter Barteks Führung das Breslauer Nachtleben: polnische Disco geht guuut ab, soviel steht fest! :)
Wie auch schon in Leipzig, haben wir von der Stadt selber garnicht so viele Fotos gemacht, da erstens jeder, der eine Internetsuchmaschinenbildersuchfunktion beherrscht, sich selbst die jeweiligen Besonderheiten ansehen kann (und das auch noch in viel graziler und ausgefeilt ausgeführter Fotografierkunst), und zweitens, abgesehen von ebendiesen Besonderheiten, die meisten mitteleuropaeischen Großstaedte doch irgendwie gleich aussehen... Natürlich mit Ausnahmen: In Breslau bspw. ist der Hauptplatz ringförmig um das Rathaus angelegt, daher auch der Name "Großer Ring" bzw. poln. "Rynek". Dort spielt sich natürlich in erster Linie Massentourismus und teure Gastronomie ab, dennoch ist die Architektur und die Geschichte des Platzes hochinteressant. Auch der Rest der Altstadt ist wirklich ansehnlich und wir verbrachten hier ein paar sehr angenehme Tage.
Fazit: Breslau ist definitiv eine Reise wert!!

Das Rathaus mitten auf dem "Großen Ring"

Vreni auf dem Rynek

Tolle Fassade (irgendwo in der Breslauer Altstadt)

Die Universitaet Wrocław, bis 1945 die "Schlesische Friedrich-Wilhelms-Universitaet Breslau" und damit sozusagen die ehemalige Schwester-Universitaet der Bonner Uni

Die Aula der Uni: so schick ist es in Bonn nicht!

Ernüchternd: das Historische Institut :/

Ein Zwergenhaus?? Nee, nur ne optische Taeuschung ;)

Regenbogen auf dem Rynek nebst bravem Jungen

Nach ein paar Tagen ging es mit dem Bus für sagenhafte 3 Euro p.P. weiter nach Krakau (poln. Kraków), wo wir für die ersten Tage in einem Hostel wohnten. Dort verfügte man über einen Internetfaehigen PC, sodass die Couchsuche erfolgreich fortgeführt werden konnte. Hostel hat zwar auch was, ist aber auf Dauer einfach zu teuer, obwohl man sagen muss dass die Preise in Polen schon deutlich unter dem deutschen Niveau liegen. So zahlten wir für eine Nacht im Hostel pro Nase etwa 10 Euro, in Deutschland dürfte das in keiner Großstadt zu finden sein.
Wo wir grad beim Thema sind: für ein in einem durchschnittlichen Gastronomiebetrieb genossenes Bier (wir sprechen von 0,5l !) verlangt der polnische Wirt meist so zwischen 5 und 7 Złoty, also ca. 1,25-1,75 Euro. Auch die öffentlichen Verkehrsmittel überraschten uns positiv: so kostet bspw. ein 48h-Ticket in Breslau den ordentlichen Studenten 10 Złoty (~2,50 Eur). Zitat Tim T.: Die Krotts im Schnaeppchenparadies! :-D

In Krakau besuchten wir diverse Museeen, z.B. die ehemalige Fabrik Oskar Schindlers, sehr Eindrucksvoll und auch konzeptionell sehr gut gemacht! Mit einem geborgten Auto besuchten wir auch Auschwitz.

Weiter sahen wir eine riiieeesige Prozession auf dem Krakauer Marktplatz mit Hunderten (!!) von Nonnen, Mönchen, diversen traditionellen Trachten- und Heimatvereinen unter dem nicht endenden Gesang irgendeines ganz wichtigen Oberkatholiken, das war echt interessant. Überhaupt ist der straighte Katholizismus der Polen selbst für uns Rheinlaender etwas völlig ungewohntes. Staendig begenet man Marien-, Jesus-, Papst- und sogar Gottbildchen, Kruzifixen und sonstigen Kultgegenstaenden.

In der Hostelbar

Eine Kathedrale, viele Bauherren: beinah jeder polnische Regent hat seinen eigenen persönlichen Anbau an die Kathedrale auf dem Wawel hinzugefügt (das gehörte sozusagen zum guten Ton), sodass diese Kirche etliche unterschiedliche Baustile beinhaltet.

Fastfood auf polnisch: Zapiekanki nennen sich diese Baguette-aehnlichen überbackenen halbierten Brote, die mit allem Möglichen belegt sein können, nicht viel kosten und an jeder zweiten Ecke zu haben sind.



Auch die traditionelle Küche wurde ausgiebig getestet und für gut befunden: undefinierbares Deftiges. 1A!

Typischer Souvenirstand in Polen

Allgegenwaertig: Papst Johannes Paul II. (hier nennt man ihn allerdings Jan Paweł)
Als beeindruckende Besonderheiten in Krakau müssen genannt werden: der Wawel, ein Hügel mitten in der Stadt, auf dem seit langem eine maechtige Festung thront. Bis irgendwann war Krakau naemlich mal polnische Hauptstadt. Die Aussicht ist spitze und besonders die Kathedrale dort oben ist sehenswert. Weiteres Highlight ist der Stadtteil Kazimierz, welcher der ehemals jüdische Distrikt Krakaus ist und wo bis heute (obwohl zwischenzeitlich hier die Nazis wüteten) einige schöne Synagogen zu finden sind. Steven Spielberg drehte hier "Schindlers Liste", was einer der Gründe für den exzessiven Tourismus hier sein dürfte. Eine nennenswerte jüdische Gemeinde existiert allerdings nicht mehr, was die Gastronomiebetreiber nicht davon abhaelt, ihren Bars und Restaurants jüdisch klingende Namen wie "Beim Goldsteyn", "Weintraub's" oder "Hummus & Happiness" zu geben. Alles um der lieben Touries Willen. Dass Schwein und anderer unkoscher Kram auf den Speisekarten zu finden ist, wird natürlich wohlwollend uebersehen. Dafür gibt's aber hübsche kleine Klezmerkapellen, die überall rumstehen und lustig dudeln. Die Einwohner nennen darum diesen Distikt auch liebevoll "Jewish Disneyland" oder "Jewrassic Park" :)

Nach einer knappen Woche hatten wir genug vom Großstadttrubel und zogen weiter...