Samstag, 12. Juli 2014

Breslau und Krakau

Abermals waehlten wir den "Daumenexpress" als das bevorzugte Fortbewegungsmittel, und siehe da! Kaum waren wir aus Zgorzelec (Name der polnischen Seite von Görlitz) heraus und hatten uns an die Straße gestellt, hielt auch schon einer an und nahm uns mit. Zwei Stunden spaeter waren wir in Breslau, oder Wrocław, wie die Polen sagen. Am Hbf fanden wir eine Touristeninformation mit einem sehr engagierten Touristeninformationsangestellten, der uns einen Stadtplan aushaendigte und gleich die wichtigsten Ecken markierte. Anschließend wurden wir von unserem Couchsurfing-Gastgeber Bartek abgeholt und bezogen für einige Tage seine Wohnung. Abends, es war ja schließlich ein Samstag, erkundeten wir unter Barteks Führung das Breslauer Nachtleben: polnische Disco geht guuut ab, soviel steht fest! :)
Wie auch schon in Leipzig, haben wir von der Stadt selber garnicht so viele Fotos gemacht, da erstens jeder, der eine Internetsuchmaschinenbildersuchfunktion beherrscht, sich selbst die jeweiligen Besonderheiten ansehen kann (und das auch noch in viel graziler und ausgefeilt ausgeführter Fotografierkunst), und zweitens, abgesehen von ebendiesen Besonderheiten, die meisten mitteleuropaeischen Großstaedte doch irgendwie gleich aussehen... Natürlich mit Ausnahmen: In Breslau bspw. ist der Hauptplatz ringförmig um das Rathaus angelegt, daher auch der Name "Großer Ring" bzw. poln. "Rynek". Dort spielt sich natürlich in erster Linie Massentourismus und teure Gastronomie ab, dennoch ist die Architektur und die Geschichte des Platzes hochinteressant. Auch der Rest der Altstadt ist wirklich ansehnlich und wir verbrachten hier ein paar sehr angenehme Tage.
Fazit: Breslau ist definitiv eine Reise wert!!

Das Rathaus mitten auf dem "Großen Ring"

Vreni auf dem Rynek

Tolle Fassade (irgendwo in der Breslauer Altstadt)

Die Universitaet Wrocław, bis 1945 die "Schlesische Friedrich-Wilhelms-Universitaet Breslau" und damit sozusagen die ehemalige Schwester-Universitaet der Bonner Uni

Die Aula der Uni: so schick ist es in Bonn nicht!

Ernüchternd: das Historische Institut :/

Ein Zwergenhaus?? Nee, nur ne optische Taeuschung ;)

Regenbogen auf dem Rynek nebst bravem Jungen

Nach ein paar Tagen ging es mit dem Bus für sagenhafte 3 Euro p.P. weiter nach Krakau (poln. Kraków), wo wir für die ersten Tage in einem Hostel wohnten. Dort verfügte man über einen Internetfaehigen PC, sodass die Couchsuche erfolgreich fortgeführt werden konnte. Hostel hat zwar auch was, ist aber auf Dauer einfach zu teuer, obwohl man sagen muss dass die Preise in Polen schon deutlich unter dem deutschen Niveau liegen. So zahlten wir für eine Nacht im Hostel pro Nase etwa 10 Euro, in Deutschland dürfte das in keiner Großstadt zu finden sein.
Wo wir grad beim Thema sind: für ein in einem durchschnittlichen Gastronomiebetrieb genossenes Bier (wir sprechen von 0,5l !) verlangt der polnische Wirt meist so zwischen 5 und 7 Złoty, also ca. 1,25-1,75 Euro. Auch die öffentlichen Verkehrsmittel überraschten uns positiv: so kostet bspw. ein 48h-Ticket in Breslau den ordentlichen Studenten 10 Złoty (~2,50 Eur). Zitat Tim T.: Die Krotts im Schnaeppchenparadies! :-D

In Krakau besuchten wir diverse Museeen, z.B. die ehemalige Fabrik Oskar Schindlers, sehr Eindrucksvoll und auch konzeptionell sehr gut gemacht! Mit einem geborgten Auto besuchten wir auch Auschwitz.

Weiter sahen wir eine riiieeesige Prozession auf dem Krakauer Marktplatz mit Hunderten (!!) von Nonnen, Mönchen, diversen traditionellen Trachten- und Heimatvereinen unter dem nicht endenden Gesang irgendeines ganz wichtigen Oberkatholiken, das war echt interessant. Überhaupt ist der straighte Katholizismus der Polen selbst für uns Rheinlaender etwas völlig ungewohntes. Staendig begenet man Marien-, Jesus-, Papst- und sogar Gottbildchen, Kruzifixen und sonstigen Kultgegenstaenden.

In der Hostelbar

Eine Kathedrale, viele Bauherren: beinah jeder polnische Regent hat seinen eigenen persönlichen Anbau an die Kathedrale auf dem Wawel hinzugefügt (das gehörte sozusagen zum guten Ton), sodass diese Kirche etliche unterschiedliche Baustile beinhaltet.

Fastfood auf polnisch: Zapiekanki nennen sich diese Baguette-aehnlichen überbackenen halbierten Brote, die mit allem Möglichen belegt sein können, nicht viel kosten und an jeder zweiten Ecke zu haben sind.



Auch die traditionelle Küche wurde ausgiebig getestet und für gut befunden: undefinierbares Deftiges. 1A!

Typischer Souvenirstand in Polen

Allgegenwaertig: Papst Johannes Paul II. (hier nennt man ihn allerdings Jan Paweł)
Als beeindruckende Besonderheiten in Krakau müssen genannt werden: der Wawel, ein Hügel mitten in der Stadt, auf dem seit langem eine maechtige Festung thront. Bis irgendwann war Krakau naemlich mal polnische Hauptstadt. Die Aussicht ist spitze und besonders die Kathedrale dort oben ist sehenswert. Weiteres Highlight ist der Stadtteil Kazimierz, welcher der ehemals jüdische Distrikt Krakaus ist und wo bis heute (obwohl zwischenzeitlich hier die Nazis wüteten) einige schöne Synagogen zu finden sind. Steven Spielberg drehte hier "Schindlers Liste", was einer der Gründe für den exzessiven Tourismus hier sein dürfte. Eine nennenswerte jüdische Gemeinde existiert allerdings nicht mehr, was die Gastronomiebetreiber nicht davon abhaelt, ihren Bars und Restaurants jüdisch klingende Namen wie "Beim Goldsteyn", "Weintraub's" oder "Hummus & Happiness" zu geben. Alles um der lieben Touries Willen. Dass Schwein und anderer unkoscher Kram auf den Speisekarten zu finden ist, wird natürlich wohlwollend uebersehen. Dafür gibt's aber hübsche kleine Klezmerkapellen, die überall rumstehen und lustig dudeln. Die Einwohner nennen darum diesen Distikt auch liebevoll "Jewish Disneyland" oder "Jewrassic Park" :)

Nach einer knappen Woche hatten wir genug vom Großstadttrubel und zogen weiter...

2 Kommentare:

  1. Tolle Story
    Macht Lust auf mehr

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  2. Moin ihr Zwei!!

    Es macht Freude eure Stoy`s zu lesen!! Ich wünsche euch Beiden weiterhin viel Spaß!!

    Gruß aus der Heide ;-)

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